OK Offene Kirche

Ergebnis der Kirchenwahl 2019

Ergebnis für den Wahlkreis Backnang/Waiblingen: 

 

Aktion zur Kirchenwahl 2019

Aktion 20. Sept. 2019

Glockenläuten, beten und demonstrieren – für die Bewahrung der Schöpfung

Andacht

zur „Fünf vor Zwölf“ Klimaschutz Aktion in der Ev. St. Agatha Kirche in Unterweissach

Pfarrer A.Duncker

In der Schöpfungserzählung 1.Mose 2 wird erzählt, dass Gott, der Herr, einen Garten pflanzte und den Menschen hineinsetzte. Gott kümmert sich um den Menschen, umsorgt ihn, damit der Mensch seine Freude daran hat. Aber er setzt den Menschen nicht nur in diesen Garten, sondern gibt ihm auch einen Auftrag: Bebauen soll er den Garten. Urbar machen soll er ihn, gestalten, nutzbar machen. Das ist das Eine. Das Bauen, das Bewirtschaften, das Entwickeln.

Aber zugleich bekommt der Menschen einen zweiten Auftrag: Er soll diese Erde bewahren. D.h. er darf mit dieser Erde nicht willkürlich umgehen. Bei allem Bewirtschaften, Kultivieren muss er darauf achten, dass diese Erde nicht zerstört wird. Dafür ist er verantwortlich- vor Gott. So hat der Mensch ständig zu prüfen, bei allem, was er tut, ob dies aufbaut oder zerstört, ob es zum Guten dient oder zum Bösen.

Zum Bebauen gehört, dass Menschen die Natur verändern- sonst hätten sie nicht überlebt. Doch inzwischen sind wir an einem Punkt angelangt, dass der Mensch die ganze Schöpfung in Frage stellt. Unsere Erde ist bedroht. Nur wenige Generationen hat es gebraucht, um unser Klima und damit das Gleichgewicht unseres Ökosystem massiv und bedrohlich zu verändern. Viele Wissenschaftler schlagen Alarm. Sie sagen: Der Klimawandel kommt nicht Er ist da! Er ist im Gange, immer stärker spürbar. Wir bewegen uns auf eine drei Grad wärmere Welt zu. Das heißt: Die Gletscher schmelzen in rasantem Tempo. Der Meeresspiegel steigt. Inseln drohen im Meer zu versinken. Wetterextreme wie Hitzeperioden, Trockenheit und Starkregen nehmen zu mit katastrophalen Folgen für Menschen, Tiere, Pflanzen.

Gott schuf die Erde. Wie ein Gärtner pflanzte Gott den Garten Eden. Wunderbar gestaltete Gott diesen Garten. Was für eine wunderbare Vielheit und Schönheit dieser Garten ist, zeigt uns doch auch jetzt der beginnende Herbst. Deshalb: Tun wir, was wir können im Großen wie im Kleinen, um diese Schöpfung zu bewahren. Der Klimaschutz muss ein politisches Ziel ersten Ranges werden. Wir müssen aussteigen aus dem Verheizen fossiler Brennstoffe.

Viele kleine Leute, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern. So ist jeder von uns gefordert: Klimaschutz darf nicht Thema einer Randgruppe bleiben, sondern muss ein gesamtgesellschaftliches Anliegen werden.

Sicher: Das ist anstrengend und bedeutet eine Veränderung unseres persönlichen Lebens. Aber es ist notwendig, denn es muss sich etwas ändern. Notwendig ist veränderter Einkauf, eine veränderte Mobilität.

Der 91 jährige Theologe Jürgen Moltmann sagte auf die Frage: „Was muss geschehen, dass die Erde überlebt?“ folgendes: „Es müsste eine Umkehr im Denken geben, weg vom Anspruch auf Weltbeherrschung des Menschen, hin zur Integration, zur Zusammenarbeit mit den Kräften der Natur und den anderen Formen des Lebens.“

Gott gehört diese Erde. Und uns Menschen hat er die Aufgabe übertragen, auf diese Erde zu achten, sie zu erhalten. Und so wollen wir uns mit all unseren Kräften einsetzen: Für die Zukunft der Erde. Für unsere Kinder und Enkelkinder. Für die Menschen in anderen Teilen der Erde. Und für die ganze Schöpfung! Zum Lobe Gottes und zu seiner Ehre.

Amen